Die Verbindung von aufklärerischer Vernunft und Wissenschaft

Aktuelles

The International journal of philosophy of Kant’s Brazilian society – Studia Kantiana – invites the academic community to submit articles, critical notes, reviews, translations, and discussions for the special dossier "Kant and neo-Kantian schools: celebration of 100 years of Ernst Cassirer’s Philosophy of Symbolic Forms", which will be edited by Rafael Garcia (UNICAMP), Adriano R. Mergulhão (IFSP), Ivânio L. de Azevedo Jr. (UFCA/UFC) and Lucas A. D. Amaral (PUC-SP – PNPD/CAPES). Please see link below:

pdfcall-for-papers-studia-kantiana---dossiê-neokantismo---divulgação.pdf

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„Kontinuität oder Bruch?“
Zur Post-Neukantianischen Transzendentalphilosophie und Systematik nach 1945.

Prof. Dr. Alexander Schnell, Michael Boch, Dr. Robert König
Call for Presentations

E-Mail Adressen für Einreichungen: michael.boch@uni wuppertal.de
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und schnell@uni wuppertal.de
Deadline: 01.08.2022
Call-Bezeichnung: Call for Presentations
Ort: BUW Wuppertal
Datum: 08.02.2023 Uhrzeit: 10:00 Uhr Ende: 10.02.2023 20:00

https://itp-buw.de/2021/11/29/archivbibliothek-post-neukantianismus-und-kritischer-idealismus-der-gegenwart-apig/

Die Selbstauflösung des Neukantianismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und seine Bedeutungslosigkeit als verknöcherte Schulphilosophie gehörte lange zum Standartrepertoire der Philosophiegeschichtsschreibung. Ähnliches galt somit für eine systematische Transzendentalphilosophie, deren Relevanz spätestens nach 1945 im Zuge der linguistischen, hermeneutischen, analytischen, strukturalistischen und poststruktualistischen Wenden erlosch. Ganz so endgültig präsentiert sich jedoch die „Selbstauflösung" des Neukantianismus nicht. Auch nach 1945 fand insbesondere im deutschsprachigen Raum eine Auseinandersetzung mit systematischer Transzendentalphilosophie in der Tradition des Neukantianismus statt. Eine historiographisch oder philosophisch zufriedenstellende Er fassung für diese Phase fehlt allerdings bis heute. Benennungen wie „Nachgeschichte des klassischen Neukantianismus“ oder Bezeichnungen dieser Denker:innen als Neoneokantianer:innen wurden von der Forschung verworfen. Das philosophiegeschichtliche Problem blieb jedoch bestehen. Wie kann man das historische Faktum beschreiben, dass der Neukantianismus einerseits scheinbar in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist und andererseits Philosoph:innen an ihn anknüpfend, im Sinne einer systematischen Transzendentalphilosophie philosophieren?
Hierbei reihen sich die Post Neukantianer:innen in die Tradition des Neukantianismus ein, der ab Mitte des 19. Jahrhunderts und am Anfang des 20. Jahrhunderts eine Aktualisierung der kantischen Transzendentalphilosophie unter dem Eindruck der aufstrebenden Natur und Geisteswissenschaften
vollzogen hat. Post Neukantianer:innen schließen dahingehend an den Neukantianismus an, dass zentrale Philosopheme übernommen werden, allerdings mit den Ergebnissen der Phänomenologie, des Deutschen Idealismus, der analytischen Philosophie und verschiedener anderer Strömungen in einen produktiven Dialog gebracht werden. Einschlägige Autor:innen des Post Neukantianismus sind unter anderem Claudia Bickmann, Wolfgang Cramer, Werner Flach, Ingeborg Heidemann, Erich Heintel, Harald Holz, Hans Dieter Klein, Hermann Krings, Peter Rohs, Wolfgang Marx, Hans Wagner und Kurt Walter Zeidler.
Im Zuge der Eröffnungstagung Archivbibliothek „Post Neukantianismus und kritischer Idealismus der Gegenwart“ (APIG) am ITP Wuppertal, wird ein Tag für Vorträge von Nachwuchsforscher:innen (Prä- und Post-Docs) reserviert sein. Dabei können die Beiträge das ganze Feld der systematischen
Transzendentalphilosophie nach 1945 abdecken. Diese können entwede reinen histeographischen oder auch systematischen Charakter haben. Der Austausch und die Synthese von Transzendentalphilosophie mit anderen Schulen der Philosophie wie der analytische Philosophie, der Phänomenologie oder der interkulturellen Philosophie etc., sollte bei der Themenwahl mitberücksichtigt werden. Die Vorträge dürfen eine Länge von 30 Minuten nicht überschreiten (Pro Slot: 30 min Vortrag + 10 Minuten Diskussion + 5 Minuten Pause). Bewerbungen in Form eines einseitigen Abstracts können bis zum 01. 08. 2022 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und schnell@uni wuppertal.de eingereicht werden. Einsendungen in deutscher, englischer oder französischer Sprache werden berücksichtigt.

Die APIG fördert die Erhöhung des Anteils von Forscherinnen in der Transzendentalphilosophie, sodass Einsendungen von weiblichen Forscherinnen bei gleicher Eignung bevorzugt werden.

 

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international conference ruhr university bochum rub germany

International Conference Ruhr University Bochum (RUB), Germany

NEW PERSPECTIVES ON NEOKANTIANISM AND THE SCIENCES

It is undisputed that Neokantianism plays an important role for the development of the (German) academic philosophy and, especially, of the philosophy of science during a period of dynamic growth within the sciences in general. This international conference will shed a fresh light on Neokantian philosophy encompassing an approximate time period between about 1865 and the First World War. 

  • ​It will bring together historians and philosophers of science working on the Neokantianism and the history of science in the 19th and 20th century in order to 
  • Enfold the interplay between philosophy and the sciences 
  • It will work in the spirit of an ‛Integrated History and Philosophy of Science’.

This conference is organised by Helmut Pulte and Jan Baedke (Ruhr University Bochum), and Gregor Nickel and Daniel Koenig (University of Siegen).

TAKING PLACE MARCH 14-17, 2022 ​ 

  • March 14-16, 9am - 6pm Beckmanns Hof, Bochum 
  • March 17, 9am - 5pm Zeche Zollern, Dortmund

Register here:

https://wtundwg.wixsite.com/home/register

https://wtundwg.wixsite.com/home

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Das internationale Seminar “Deutscher und russischer Neukantianismus” findet am 18. Februar 2022 um 18 Uhr Moskauer Zeit (16.00 Uhr Amsterdamer Zeit) statt. 

Kultur und Freiheit. Über ein Grundproblem des südwestdeutschen Neukantianismus

Christian Krijnen (Vrije Universiteit Amsterdam)

These

Es ist heute vielfach die Rede von Transkulturalität, Multikulturalität, interkultureller Philosophie u.dgl. Diese Rede setzt immer auch einen bestimmten Begriff von Kultur voraus. Was aber ist das, Kultur?

Nicht nur die Gründungsväter der modernen Kulturphilosophie, die Neukantianer, allen voran die Südwestdeutschen (Windelband, Rickert, Bauch u. a.) bringen den Begriff der Kultur als Gegenbegriff zum Begriff der Natur ins Spiel. Heinrich Rickert etwa, das systematische Schulhaupt der südwestdeutschen Neukantianer, definiert geradezu beide Begriffe gegeneinander: Logisch gesehen wird die Wirklichkeit „Natur“, betrachtet man sie mit Rücksicht auf das „Allgemeine“, „Kultur“ indes, wird sie thematisch mit Rücksicht auf das „Besondere und Individuelle“. Aus dem Erkenntniszweck der jeweiligen Erkenntniseinstellung ergibt sich eine bestimmte Qualifikation der Objekte der Erkenntnis: sie sind wertfreie oder wertbehaftete Gegenstände, Natur oder Kultur.

Indem Rickert die Natur der Inbegriff des von selbst Entstandenen (nasci), die Kultur das von nach gewerteten Zwecken handelnden Menschen Geschaffene bzw. um der daran haftenden Werte willen Gepflegte ist, sucht er freilich auch wortgeschichtlich Anschluß an eine lange Tradition, ist Kultur doch dem lateinischen ‚cultura‘ entlehnt, das von ‚colere‘ stammt. Aus der reichen Begriffsgeschichte von Kultur hingegen ist für meine These besonders relevant, daß Kultur dominanterweise als Ergebnis menschlicher Tätigkeit, folglich als Gegenbegriff zur Natur gedacht wird. Insofern bestimmen die Begriffe Natur und Kultur sich wechselseitig. Kultur eignet dann anders als Natur ein „ergologisches Bedeutungsmoment“. Natur und Kultur sind einander also entgegengesetzt. Kultur ist Selbstgestaltung des Menschen und seiner Welt, Natur ist Bestimmtheit durch heteronome Kräfte. Mit dieser Entgegensetzung von Natur und Kultur geht die von Natur und Freiheit einher. Freiheit und Natur werden ebenfalls dominanterweise seit der Antike als Gegensatz konzipiert. Die Kultur als das Reich der Freiheit steht sodann der Natur als dem Reich der (naturgesetzlichen) Notwendigkeit entgegen.

In Auseinandersetzung mit vor allem dem transzendentalen Idealismus des südwestdeutschen Neukantianismus und unter Einbezug des spekulativen Idealismus Hegels, lautet meine These: Der Ursprung der Kultur, also ihre ursprüngliche Bestimmtheit, sollte nicht in der Weise eines Gegensatzes zur Natur konzipiert werden, und damit in der Weise eines Subjekts des Denkens, Tuns und Lassens, das sich selbst gestaltet, indem es seine Welt, die Kultur, gestaltet – er sollte gedacht werden in der Weise einer Manifestation der Idee als des wahrhaft transzendentalen Subjekts qua absoluten Geltungs- und damit zugleich auch Seinsgrundes. Kultur ist primär Manifestation der Idee, nicht Selbstgestaltung des Subjekts. Folglich sind Natur und Kultur beide primär durch ihren ideellen Charakter und der dadurch bestimmten Zuordnungsverhältnisse bestimmt.

Um am Seminar teilzunehmen, folgen Sie diesem Link: https://join.skype.com/Hz0hKoEPzWVx

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Neukantianismus und Strafrecht, Universität Bonn (1. und 2. Oktober 2021)pdfneukantianismus-tagung-ablaufplan.pdf

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