Die Verbindung von aufklärerischer Vernunft und Wissenschaft

Intention der Website

  • Der Neukantianismus, war der Versuch, die philosophische Grundlegung des Denkens der Aufklärung durch Immanuel Kant zu modernisieren und mit der aktuellen Wissenschaft zu harmonisieren. Der letzte bedeutende Neukantianer im 20. Jahrhundert, welcher diese Synthese versucht hat, war Ernst Cassirer.

  • Aufgrund bestimmter historischer Konstellationen und scheinbarer Probleme, die Philosophie Kants mit der nichteuklidischen Geometrie und der Relativitätstheorie in Einklang zu bringen, ist der Neukantianismus ab 1933 und dann nach dem zweiten Weltkrieg vollkommen verdrängt worden und findet erst in den letzten Jahren wieder zunehmend Interesse.

  • Der gegenwärtige philosophische Betrieb ist weltweit durch andere Strömungen geprägt (die Analytische Philosophie, in der Tradition von Empirismus und Neo-Positivismus bzw. Wittgenstein; postmoderne und relativistische Philosopheme und naturalistische bzw. realistische Strömungen, also im Grunde Materialismus in neuem Gewand). Hier soll entsprechend eine kritische Auseinandersetzung geleistet werden.

  • Selbst wo versucht wird den Neukantianismus neu zu beleben, steht der eigentliche Impuls des Neukantianismus, also die Verbindung der Philosophie Kants mit der aktuellen modernen Wissenschaft zumeist im Hintergrund, weil dies die akademische Philosophie weniger interessiert, obwohl die grundlegenden Revolutionen auf den Gebieten der MolekularbiologieQuantenphysik, Genetik  und Sehtheorie (Vision science) in den letzten zwei Dekaden, dies als äußerst dringlich erscheinen lassen.

  • So wichtig, spannend und verdienstvoll die historische Aufarbeitung und Interpretation der Repräsentanten des Neukantianismus und ihrer Werke ist, so kann eine Aktualisierung und Modernisierung nur im Dialog mit den brennenden Fragen der Gegenwart erfolgen. Andernfalls bleibt der Neukantianismus ein Relikt der Vergangenheit.

  • Durch die Polarisierung zwischen zunehmend irrationalen und relativistischenTendenzen  (z.B. Paul Feyerabends „anything goes“ und postmodernem „Nichts ist wahr, alles ist erlaubt“ – Nietzsche) und dem professionellen Wissenschaftsbetrieb auf der anderen Seite wird die Vernunft, der Kompass der Aufklärung, zunehmend ausgehöhlt.

  • Um die Gesellschaft mit vernünftigem und aufklärerischem Geist zu erfüllen, soll die Philosophie Kants mit den modernen Wissenschaften zu einem einheitlichen Weltbild verbunden werden. Dies ist allerdings ein sehr komplexes Unterfangen (dies wurde z.B. in Visual Turn (2019) versucht) und eröffnet viele neue Perspektiven!

  • Ein Grundhemmnis für den Wiederaufstieg des Neukantianismus ist, dass sowohl Kant, als auch viele Vorläufer des Rationalismus, vor allem Platon, Descartes und Leibniz seit Jahrzehnten durch die Brille der Analytischen Philosophie gelesen werden und dies zu einseitigen Interpretationen führt.

  • Daher ist es eine weitere Intention, wichtige philosophische Themen auch einmal aus der Perspektive von Rationalismus bzw. Idealismus zu betrachten, denn der neuzeitliche Rationalismus (begründet von René Descartes) war die wahre Initialzündung des gesamten Aufstiegs des modernen Europas, während Descartes zum Prügelknaben wurde, von im Vergleich zu ihm mediokren Philosophen (G. Ryle et al.)

  • Das Niveau der Beiträge versucht für interessierte Laien verstehbar zu bleiben, gleichzeitig dabei das erforderliche akademische Niveau nicht zu unterschreiten.

  • Hilfreich können innovative Approaches, wie z. B. des visuellen Denkens sein, weil dies das Potential hat, die dominante Position der Analytischen Sprachphilosophie zu konterkarieren und die Restitution des Rationalismus bei Kant zu unterstützen. Die Untersuchung des visuellen Denkens wieder, führt zu Fragen der figürlichen Synthesis, des Schematismus, der Gestalttheorie, sowie der symbolischen Prägnanz bei Ernst Cassirer.

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