Die Verbindung von aufklärerischer Vernunft und Wissenschaft

Platon

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„Denn die Idee bedeutet das Gesetz, nichts anderes. (...) Der letzte Sinn des Gesetzes überhaupt ist Einheit, Erhaltung der Einheit im Wechsel und Werden; allgemein theoretisch: Erhaltung der Einheit als Gesichtspunkt des Denkens zur Auffassung des Vielen, Differenten, zu dessen Bergung in der Erkenntnis; ...“    

Paul Natorp: Platos Ideenlehre - Eine Einführung in den Idealismus, (1903 / 1922), Hamburg, Meiner Verlag 2001, S. 49f.

„Daß Platon seinen Erkenntnisbegriff nach dem Vorbild der Mathematik geformt hat, ist unverkennbar, und seine Ideenlehre verdankt der Mathematik nicht nur einzelne fundamentale Grundeinsichten, sondern sie ist in ihrer gesamten Struktur durch sie bestimmt.

Ernst Cassirer, Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit, Band IV, Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1995, S. 19.

„Das ist … der Grundsinn der von Platon eingeführten und von Aristoteles übernommenen Unterscheidung, daß man eine Sache nicht an ihren Wahrnehmungsdaten, sondern an ihrem Werk (ergon), ihrer Leistung oder Funktion erkennt, und daß man dieses ‚Werk‘ nicht sieht, hört oder fühlt, sondern begreift.“   

Arbogast Schmitt, Die Moderne und Platon, Stuttgart, J. B. Metzler Verlag, 2008, S. 103.

„Je mehr Platon auch das mathematische Denken als eine Reihe logischer, wenn man will grundsätzlich unanschaulicher Denkschritte begriffen hatte, desto verwunderlicher mußte die Tatsache bleiben, die er gerade auf Grund jener Einsicht in ihrer ganzen Wichtigkeit erfaßte: daß man die unanschaulichen Sachverhalte an einer Figur, an sichtbaren oder, wenn es sich um gedrechselte stereometrische Modelle handelte, sogar anderartig handfesten ‚Abbildern‘ gleichsam ablesen konnte, daß also etwas so abstrakt geistiges in dem Sichtbaren verleiblicht war.“

Julius Stenzel, Platon der Erzieher, Hamburg, Meiner Verlag 1961 (1928), S. 165.

„The Neo-Kantians agreed with Plato that philosophy should be idealism.“

Christian Krijnen, Philosophy as philosophy of culture? in: Nicolas De Warren, Andrea Staiti (Eds.), New Approaches to Neo-Kantianism, Cambridge University Press, 2015, p. 112.

„Gewiss, die Idee wird im reinen Schauen gewonnen. Und dieses reine Schauen ist das reine Denken. Aber es ist doch also auch umgekehrt wahr, dass das reine Denken das reine Schauen sei.“

Hermann Cohen, Logik der reinen Erkenntnis, Berlin 1902, S. 5.

„Die Rückkehr zum Idealismus war, innerhalb der Philosophie der Renaissance, mit der Rückkehr zu Platon gleichbedeutend. Nicht nur der tiefste spekulative Denker der Renaissance, sondern auch ihre empirischen Forscher knüpfen an Platon an und sind bestrebt, seiner Lehre das gedankliche Rüstzeug zu entnehmen, mit dem sie eine ‚nouva scienzia‘, eine exakte Wissenschaft von der Natur aufzubauen versuchen. Nikolaus Cusanus, Kepler und Galilei folgen hier dem gleichen Wege.“

Ernst Cassirer, Descartes Lehre – Persönlichkeit – Wirkung, Hamburg, Meiner Verlag, 1995, S. 16.

 

Tübinger Platon Archiv: https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/altertums-und-kunstwissenschaften/philologisches-seminar/forschung/tuebinger-platon-archiv/

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